Schröpfen

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Die verschiedenen Arten des Schröpfens mit ihren Vor- und Nachteilen

1. Schröpfen – was ist das?

Seit mehr als 5000 Jahren wird das Schröpfen als alternative Behandlungsmethode bereits ausgeübt. Dabei werden kleine Glas- oder Plastikgefäße mithilfe von Unterdruck auf der Haut fixiert. Das soll die Selbstheilungskräfte aktivieren und Schmerzen wirkungsvoll bekämpfen. Das schröpfen ist dabei allerdings in den meisten Fällen keine alleinstehende Behandlungsmethode, sondern wird in Verbindung mit anderen Therapien eingesetzt.

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2. Welche Arten von schröpfen gibt es?

Das schröpfen kann auf drei unterschiedliche Arten durchgeführt werden:

Trockenes schröpfen
Bei dieser Methode erwärmt der Arzt zunächst die Gläser. Traditionell wird dafür ein Wattebausch in Spiritus getränkt, angezündet und in das Innere des Schröpfglases gelegt. Ohne Watte setzt es der Behandelnde daraufhin auf die Haut des Patienten. Innerhalb des Glases bildet sich aufgrund des Abkühlvorgangs ein Unterdruck, welcher die Haut nach oben zieht.
Dieser Zustand kann auch ohne Erwärmung erzeugt werden. Der Unterdruck entsteht dann durch das Drücken eines Gummiballs, der sich am oberen Ende des Glases befindet, oder durch Absaugen der Luft mit einem Schlauchsystem.
Das trockene schröpfen wird vor allem bei chronischen Krankheiten angewendet, bei denen sich Verhärtungen (in diesem Fall sogenannte kalte Gelosen) tief in der Haut befinden.

Blutiges schröpfen
Zur Vorbereitung wird die Haut des Patienten mit einer sterilen Nadel oder Lanzette leicht eingeritzt. Erfährt dieser Bereich daraufhin einen Unterdruck, treten Blut, Wasser und vermutlich Schadstoffe aus dem Gewebe hervor und sammeln sich in den Gläsern.
Eingesetzt wird dieses Verfahren bei akuten Geschehen, bei denen die in diesem Fall heißen Gelosen nah unter der Hautoberfläche zu spüren sind. Zusätzlich kann ein pulsierender Schmerz bestehen.

Schröpfmassage
Der Arzt cremt die zu behandelnde Stelle mit einer Salbe oder einem Öl ein. Anschließend setzt er die Schröpfgläser so auf die Haut, dass sie sich festsaugen. Sie bleiben jedoch nicht an einer Stelle und werden stattdessen im Sinne einer Massage über die Haut bewegt. Für eine positive Wirkung darf der Unterdruck währenddessen nicht verloren gehen.

3. Schröpfen: Wie lange bleiben die Gläser auf der Haut?

Die Dauer aller 3 Praktiken liegt zwischen 10 und 20 Minuten. Es sollte mindestens so lange erfolgen, dass sich die Haut rötet und die gewünschte Durchblutungsverbesserung entsteht.
Bei dem blutigen Schöpfen können die Gläser auf der Haut verbleiben, bis sie sich zu circa einem Drittel mit Blut und Wasser gefüllt haben. Dies dauert in der Regel ebenfalls um die 20 Minuten – ist aber von Patient zu Patient verschieden.

4. Wo soll man die Schröpfgläser ansetzen?

Vor der eigentlichen Therapie palpiert der Arzt die betroffene Stelle des Körpers, um Verhärtungen oder Dellen zu spüren. Nur dann erfährt er, wo er die Gläser platzieren und eine wirkungsvolle Therapie einleiten kann.
Häufig wird das schröpfen am Rücken direkt auf verspannten Muskeln durchgeführt. Obendrein werden sie aber auch auf Dellen oder andere Auffälligkeiten der Haut gesetzt, um damit über Reflexzonen bestimmte Organe zu therapieren.

5. Welche Größe wird bei den Gläsern verwendet?

Für welche Größe der Schröpfgläser sich ein Arzt entscheidet, hängt immer von der betroffenen Stelle und der Statur des Patienten ab. Erhältlich sind sie mit einem Durchmesser von circa 3 bis 6 oder 7 Zentimetern.
Ein Beispiel: Um Verhärtungen am Rücken nachhaltig zu lockern, müssen die Gläser größer ausfallen. Werden die Muskeln am Unterarm behandelt, reicht oftmals ein kleineres Modell.

6. Warum ist schröpfen gesund?

Dass schröpfen bereits seit mehreren 1000 Jahren Anwendung findet, hängt mit seinen vielen positiven Wirkungen zusammen. Grundsätzlich wird dabei die obere Hautschicht durch den Unterdruck von tieferen Schichten gelöst, was infolgedessen die lokale Durchblutung und den Lymphstrom verbessert. Dies liegt daran, dass sich viele Lymphgefäße knapp unterhalb der Oberhaut in der sogenannten Leberhaut befinden. Löst sich die Spannung zwischen den Schichten, haben auch die lymphatischen Gefäße mehr Platz und ihre Transportrate steigt.

Lokale Vorteile
Direkt an der Stelle, wo die Schröpfgläser angelegt werden, entsteht eine lokale Entzündungsreaktion. Diese geht mit einer Rötung, Überwärmung und Schwellung des Gewebes einher. Dies klingt zunächst nachteilig, hat aber den positiven Effekt, dass diese Reaktion vom Körper aktiv bekämpft wird. Die Durchblutung steigt, um Schadstoffe abzutransportieren und stattdessen den Bereich mit Sauerstoff zu versorgen. Zusätzlich regt es den Energiefluss an und löst mögliche Blockaden und Muskelverhärtungen auf. Ist es durch die übermäßige Verklebung der Hautschichten zu Schmerzen gekommen, können diese ebenso reduziert werden.

Weitreichende Vorteile:
Reflexzonen, wie sie am Rücken vorkommen, stehen mit inneren Organen in Verbindung. Haben diese eine Störung, macht sich das beispielsweise durch Einziehungen an den dementsprechenden Hautarealen bemerkbar. Durch eine Schröpf-Behandlung dieser Zonen kann im Umkehrschluss effektiv auf die Beschwerden eingegangen werden. Dazu zählen unter anderem:

- Menstruationsschmerzen
- Darmerkrankungen
- Atemwegskrankheiten
- Hypotonie (niedriger Blutdruck)
- Allgemeine Müdigkeit
- Stress

7. Wie lange bleiben die Flecken und treten Nebenwirkungen auf?

Rein optisch kann es beim schröpfen zu einer Nebenwirkung kommen: Es zeigen sich unschöne kreisförmige Blutergüsse auf der Haut. Wie lange sie bestehen bleiben, kommt auf die Veranlagung des Patienten an. Bei einigen verblassen sie nach ein paar Stunden, bei anderen wiederum halten sie sich mehrere Tage hartnäckig auf der Haut. Zudem spielt ebenfalls die jeweilige Ursache eine Rolle. Besteht ein gesundheitliches Problem schon länger, wird das Gewebe auch intensiver auf die Behandlung reagieren.
Weitere Nebenwirkungen können eine empfindliche Haut, Blasen durch Unterdruck oder im schlimmsten Falle eine Narbenbildung sein.
Bei blutigem schröpfen kann es vereinzelt zu Wundinfektionen und Entzündungen kommen. Dies geschieht jedoch nur, wenn nicht hygienisch einwandfrei gearbeitet wurde. Die Haut muss desinfiziert sein und darf nur mit sterilem Material aufgeritzt werden. Bis die Wunden verheilt sind, müssen die Patienten auf eine sorgsame Pflege achten.

8. Ist schröpfen für jeden geeignet?

Für viele Patienten stellt das schröpfen eine sinnvolle und wirkungsvolle Ergänzung zu vorherrschenden Therapiemaßnahmen dar. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen:

- Allergische Hautreaktion
- Sonnenbrand oder Brandverletzungen
- Entzündungen
- Tumore im zu behandelnden Bereich
- Bluthochdruck
- Schwangere
- Menschen, die zu Schwindel und Ohnmacht neigen

Beachten Sie hier unbedingt die Ratschläge Ihres Arztes oder Therapeuten.

9. Wer hat Schröpf-Erfahrung?

Die Durchführung des trockenen schröpfen ist Heilpraktikern und (Sport-) Ärzten vorbehalten. Im besten Falle verfügen letztere über eine Zusatzausbildung in Naturheilkunde.
Hat man als Patient keinerlei Erfahrung oder Ausbildung in diesem Gebiet, sollte das schröpfen unbedingt einem Profi überlassen werden. Dieser hat dann die Möglichkeit Tipps für die (unblutige) Selbstanwendung zu geben und ausreichend zu beraten.
Für die Anwendung zuhause empfehlen sich besondere Schröpf-Sets mit Vakuumpumpe. Diese bieten den Vorteil, dass die darin enthaltenen Gläser alleine angelegt und vor allem wieder entfernt werden können. Die Vakuumpumpe erzeugt einen Unterdruck, da sie über einen Schlauch die Luft aus dem Glas zieht, welches infolgedessen fest an die Haut angesaugt wird. Lässt der Patient den Druck ab, löst es sich von selbst wieder. Durch die Länge des Schlauchs, für den oftmals eine Verlängerung vorhanden ist, lassen sich auch umständlich erreichbare Stellen, wie beispielsweise die Muskulatur zwischen den Schulterblättern, schröpfen.

10. Wo kann man Schröpfgläser kaufen?

Manche Ärzte, Heilpraktiker oder Therapeuten bieten ihren Patieten an das Schröpfgläser-Set direkt bei ihnen in der Praxis zu erwerben.
Ansonsten werden sie in Sanitätshäusern verkauft oder sind selbstverständlich im Internet erhältlich.

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